Rundreise durch Yucatán

Wer seine Traumreise macht, hat viel zu erzählen und ich bin da keine Ausnahme. Drei Wochen Yucatán – Karibik pur: weiße Strände, azurblaues Wasser, eine bunte Fauna und Flora und eine Historie, die seines Gleichen sucht. Mir hat diese Reise so gut gefallen, dass ich sie unbedingt beschreiben muss, um ein wenig die Reiselust und Interesse zu wecken.

Maya-Stätten und Regenwald

Unsere Yucatán-Rundreise begann mit einer Fahrt über 150 Kilometer auf einer Straße durch den Regenwald in die kleine Kolonialstadt Valladolid. Nach dem Frühstück besuchten wir die Maya-Stätte Ek Balam, die sich durch ein spektakuläres Stuckfries auszeichnet. Die Strapazen eines Aufstieges über die gewöhnungsbedürftigen Stufen der Hauptpyramide lohnt sich, denn belohnt wird man mit einem gigantischen Blick über den Regenwald.

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Ek Balam

Anschließend ging es weiter zur berühmtesten archäologischen Stätte der Yucatán-Halbinsel – Chichen Itza. Hier erwartete uns eine faszinierende Mischung der Architektur der Maya und der eigentlich in Zentralmexico beheimateten Tolteken. Die Besichtigungstour durch die Anlage führte uns vorbei an der Kukulkan-Pyramide, dem Ballspielplatz, dem Tempel der Krieger und dem auch El Caracol (die Schnecke) genannten Observatorium. Am Ende unserer Tour durch die Kultstätte durften wir live erleben, warum der Regenwald diesen Namen trägt: Ein kurzes aber heftiges Gewitter hatte uns überrascht, so dass wir binnen weniger Minuten bis auf die Knochen durchnässt waren. Da wir jedoch alle mit unseren Koffern unterwegs waren, hatten wir zum Glück genügend Wäsche zum Wechseln bei.

Blick in die Vergangenheit

Auf dem Weg zum Hotel in Uxmal besuchten wir noch eine ehemalige Sisal-Hacienda in Yaxcopoil. Hier hatten wir die Gelegenheit, einen Einblick in das Leben auf einer Hacienda gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu gewinnen. Leider sind die Gebäude und deren Inneneinrichtung gezeichnet vom Zahn der Zeit und bedürfen einer Restaurierung, wofür allerdings das Geld fehlt. Vielleicht ändert sich das eines Tages, wenn die spanischen Eigentümer auf die Idee kommen, etwas für das Land und die Einwohner zu tun.

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Blick in eine Hacienda

Übernachtung in Uxmal

Nach einer kurzen Fahrt zum Hotel konnten wir den Sonnenuntergang betrachten. Uxmal ist nicht nur bekannt für seine Maya-Stätte, sondern auch für die Licht- und Tonshow. Leider konnten wir diese nicht genießen, da die technischen Anlagen von einem Blitzschlag beschädigt worden waren. Dafür wurden wir mit einem herrlichen Ausblick von der Terrasse des Hotels auf die Pyramiden von Uxmal belohnt.

Unser erster Weg am Morgen des 3. Tages führte uns zur einstigen Maya-Stadt Uxmal, deren Ruinen und zeremonielle Strukturen in Design und Ornamentik einen Höhepunkt der Kunst und Architektur der Maya darstellen. Beeindruckend ist die extrem steile Pyramide des Wahrsagers. Hier erwartete uns eine faszinierende Vorführung unseres Guides – die Demonstration des Echos. Beeindruckend fand ich die Bemühungen des Wiederaufbaues von Ruinenteilen, die nach alt-herkömmlicher Maya-Art durchgeführt wird. Für mich war die Anlage von Uxmal die schönste auf der Rundreise durch Yucatán und daher ein „must see“.

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Uxmal

Biosphärenreservat Celestún

Anschließend ging die Reise weiter zum Nationalpark Celestún am Golf von Mexico. Das Biosphärenreservat Ria Celestún ist eine sumpfige Lagunen- und Mangrovenlandschaft, die Brut-, Lebens- und auch Überwinterungsgebiet für zahlreiche Wassertiere und Vögel ist. Bei einer zum Teil rasanten Bootsfahrt hatten wir die Gelegenheit, die vielfältige Flora und Fauna des Reservats, wie die rosaroten Flamingos oder den Mangrovenwald, zu bewundern. Ein kleines Schmankerl war das anschließende Mittagessen in einem einheimischen Fischrestaurant direkt am Strand in Celestún. Satt und zufrieden genossen wir dann die Fahrt zur Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán – Mérida.

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Bootsfahrt durch den Mangrovenwald

Hauptstadt Merida und Kloster in Izamal

Die alte Maya-Stadt Ti´ho wurde im 16. Jahrhundert nach der spanischen Stadt Merida umbenannt. Die Pyramiden der antiken Maya Stadt wurden zerstört und die Überreste zum Bau von neuen Gebäuden verwendet, wie zum Beispiel der Kathedrale von Mérida. Die historische Altstadt, in deren Mittelpunkt der Platz „Plaza de la independencia“ liegt, lädt sowohl am frühen Morgen als auch am Abend zu einem Spaziergang ein.

Am Morgen des 4. Tages verließen wir die lebendige Stadt Mérida und fuhren zur historisch bedeutenden Kleinstadt Izamal. Die Stadt war einst Zentrum der Verehrung Itzamnás, Himmels- und Schöpfergott der Maya und des Sonnengottes Kinich-Kakomó. Eine Vielzahl von Tempeln war deren Anbetung gewidmet. Die spanischen Eroberer erbauten im 16. Jahrhundert auf einer Plattform einer Pyramide das beeindruckende Franziskanerkloster San Antonio de Padua, das über das größte Atrium Lateinamerikas verfügt. Neben dem Kloster kann man die voluminöse Pyramide des Kinich-Kakmó sehen und besuchen. Wenn man durch Izamal streift, dann fällt einem auf, dass hier die Fassaden der meisten Häuser gelb gestrichen sind. Grund hierfür war, dass die Stadt zu Ehren dem Besuch von Papst Juan Pablo II in gelb geschmückt wurde.

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Kloster Izamal

Baden in der Cenote

Der letzte Höhepunkt der 4-tägigen Rundreise war der Besuch in der Cenote Ik Kil. Eine Cenote ist ein unterirdisches, natürliches Wasserbecken im Kalksteinboden, die mit Süßwasser aus den unterirdischen Flüssen, die sich über die gesamte Halbinsel erstrecken, gespeist wird. In den Cenoten der Region sind vorspanische als auch prähistorische Überreste von Menschen und Tieren gefunden worden. Für die Mayas waren dies heilige Stätten, an denen oft Rituale durchgeführt wurden.

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Tief unten liegt die Cenote, in der man baden und schnorcheln kann

Heute kann man in den größeren Cenoten, wie auch in Ik Kil baden, schnorcheln und tauchen. Besonders reizvoll ist der Blick aus dem Wasser gen Himmel. Man sieht die mit Lianen bewachsenen steilen Wände und die Sonnenstrahlen auf dem Blätterdach. Absolut sehenswert. Nach dem erfrischenden Bad haben wir unsere Heimreise quer durch Yucatan über Tulum an der Ostküste entlang in Richtung Cancun angetreten. Beeindruckt von den vielen Erlebnissen und dem Wunsch danach, noch mehr zu sehen, sind wir müde im Hotel angekommen und haben uns dennoch die Zeit genommen, unsere nächsten Ausflüge zu planen. Doch darüber berichte ich ein andermal.


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